Abstract
Es wird ein in Anlehnung an die Methode von Gleichmann et al. modifiziertes Mikroverfahren zur Bestimmung des intracellulären pH in Erythrocyten beschrieben. Bestimmungen des intracellulären Bicarbonats sind mit dieser Methode mit nur geringer Fehlerbreite ebenfalls möglich. Das Meßverfahren basiert auf dem Astrup-Prinzip unter Verwendung des Nomogramms von Siggaard-Andersen. Aus dem arterialisierten Capillarblut von 13 gesunden Kindern im Alter von 4–12 Jahren wurden folgende Normalwerte für den Erythrocyten gefunden: pH 7,241±0,013, pCO2 38,9±4,39 Torr und Standardbicarbonat 16,63±1,17 mval/l. Demgegenüber fanden sich bei 15 klinisch unauffälligen 1–3 Tage alten Neugeborenen als intraerythrocytäre Mittelwerte: pH 7,185±0,041, pCO2 39,7±3,02 Torr und Standardbicarbonat 14,23±1,33 mval/l. Die Differenzen für pH und Standardbicarbonat sind statistisch signifikant. Als mögliche Ursache für den größeren extra-intracellulären Wasserstoffionengradienten im Neugeborenenblut wird eine durch die geburtsbedingte Acidose verzögerte Anpassung des intracellulären Säure-Basenstatus an die extracellulär bereits normalisierten Säure-Basenverhältnisse diskutiert. Bei atemgestörten Frühgeborenen mit respiratorisch-metabolischer Acidose ließ sich ein nahezu konstanter Wasserstoffionengradient von pH 0,19 nachweisen.
Citation
ID:
117703
Ref Key:
manzke1970zeitschriftvergleichende