B. Rumstadt;D. Schilling;B. Rumstadt;D. Schilling;
der chirurg2007Vol. 79pp. 346-350
227
rumstadt2007deriatrogene
Abstract
Die iatrogene Kolonperforation ist eine seltene aber vital bedrohliche Komplikation. Retrospektiv wurde eine Analyse an 15 Patienten durchgeführt, die von 01/2000 bis 12/2006 wegen einer iatrogenen Kolonperforation behandelt wurden. Drei Perforationen traten bei einer diagnostischen und 12 Perforationen bei einer interventionellen Koloskopie auf. Bei 2 Patienten lag eine gedeckte Perforation vor. Bei 4 Patienten war intraoperativ eine Peritonitis nachweisbar, wobei das Auftreten einer Peritonitis signifikant abhängig von der Länge der Zeitspanne zwischen Perforation und Operation war. Zwölfmal erfolgte eine laparoskopische Übernähung der Perforationsstelle, 3-mal wurde die Übernähung konventionell durchgeführt. Die mittlere postoperative Verweildauer war bei den laparoskopisch therapierten Patienten signifikant verringert. Mit Ausnahme einer postoperativen Wundheilungsstörung ergaben sich keine Komplikationen, die Letalität war 0%. Die unverzügliche laparoskopische Übernähung ist eine sichere und effektive Therapie im Behandlungskonzept der iatrogenen Kolonperforation.