Abstract
Es werden die Spätveränderungen im menschlichen Hirn beschrieben, die 3–21 Monate nach einer einmaligen intracavitären Tumorbestrahlung mit Co60-Perlen beobachtet wurden. Bei allen Fällen fand sich bereits makroskopisch eine hochgradige Deformierung der bestrahlten Hemisphäre mit Massenverschiebungen und Einklemmungserscheinungen infolge eines erheblichen Ödems. In unmittelbarer Nähe der Bestrahlungshöhle waren ausgedehnte Nekrosen zu beobachten. Die Höhle, die in den ersten Monaten nach der Bestrahlung mit derben bröckeligen Nekrosemassen ausgefüllt ist, war mit großen Cysten durchsetzt. Das ganze Marklager der bestrahlten Hemisphäre erwies sich als weich, ödematös und zum Teil cystisch verändert, während die morphologische Struktur der Rinde auch bei schweren Veränderungen des Marklagers weitgehend erhalten war. Die histologischen Befunde werden im einzelnen beschrieben und mit den bisherigen Beobachtungen an Hand der vorliegenden Literatur verglichen. Diese schwerwiegenden Spätveränderungen zeigen, daß die einzeitige Applikation einer hohen Strahlendosis erhebliche Gefahren in sich birgt. Eine befriedigende Tumorzerstörung war nicht zu erzielen.
Citation
ID:
115898
Ref Key:
afra1970actaspätveränderungen